Antworten
von Dr. Holger Spangenberger, Departmentleiter
Gastroenterologie am Eduardus-Krankenhaus.
Köln,
18. Januar 2007.
Wie
viele Menschen erkranken jährlich an Darmkrebs?
Dr.
Spangenberger: In Köln erkranken jedes Jahr 300 bis
400 Menschen an Darmkrebs, in Deutschland sind es
zwischen 60.000 und 70.000.
Ist
Darmkrebs ein geschlechterspezifisch auftretender
Krebs?
Dr. Spangenberger: Nein, Männer und Frauen
erkranken in etwa gleich häufig.
Welche
Ursachen gibt es für das Auftreten der Krankheit?
Dr. Spangenberger: Menschen aus Familien, in
denen Darmkrebs aufgetreten ist, haben ein erhöhtes
Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Hier sollten
Vorsorgeuntersuchungen früher einsetzen als bei
Menschen ohne erbliche Disposition und die Vorsorge
engmaschiger angelegt sein. Zudem begünstigen eine
unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel grundsätzlich
das Auftreten einer Vielzahl von Erkrankungen, so auch
die von Darmkrebs.
Wie
kann man sich vor Darmkrebs schützen?
Dr. Spangenberger: Der einzige wirkliche Schutz
vor Darmkrebs ist eine regelmäßige Vorsorge, denn so
wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und die
Heilungschancen sind heute sehr gut. Die gängigen
Vorsorgeuntersuchungen sind die Stuhluntersuchung und
die Koloskopie, die so genannte Darmspiegelung.
Wie
häufig muss die Darmkrebsvorsorge durchgeführt
werden?
Dr.
Spangenberger:
Die Stuhluntersuchung sollte jedes Jahr durchgeführt
werden. Die Darmspiegelung sollte in der Regel alle
sieben bis zehn Jahre wiederholt werden.
Ab
welchem Alter sollte die Früherkennung regelmäßig
durchgeführt werden?
Dr. Spangenberger: Bei familiärem Risiko sollte mit der Vorsorgeuntersuchung möglichst
zehn Jahre vor der ersten Krebserkrankung der Familie
begonnen werden. War der jüngste Erkrankte bei
Krebsausbruch beispielsweise 37 Jahre alt, sollte
schon mit 27 die erste Vorsorgekoloskopie erfolgen.
Sonst ist die Empfehlung, zwischen dem 45. und 55.
Lebensjahr die erste Darmspiegelung durchführen zu
lassen.
Abdruck honorarfrei. Belegexemplar erbeten.
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